Die Maschinen- und Prozessfähigkeit von Schnellläuferpressen wird bislang überwiegend mittels statischer Prüfverfahren bewertet. Diese erfassen jedoch nicht die hochdynamischen Betriebszustände während der Produktion. In der Praxis zeigt sich, dass Pressen mit vergleichbaren statischen Kennwerten im dynamischen Betrieb unterschiedliches Verhalten aufweisen. Ursachen sind dynamische Effekte wie Schwingungen und Verlagerungen, die bislang weder systematisch gemessen noch bewertet werden können.
Ziel des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines neuartigen, dynamischen Prüf- und Bewertungskonzepts zur Charakterisierung von Schnellläuferpressen unter realitätsnahen Betriebsbedingungen. Damit sollte eine standardisierte Bewertung unterschiedlicher Maschinen ermöglicht werden.

Im Projekt wurde ein modulares Gesamtsystem aus Messmodulen, einem Prüfwerkzeug und einer Auswerteroutine entwickelt. Die Messmodule erfassen berührungslos vertikale und horizontale Stößelbewegungen mit hoher Auflösung. Ergänzend wurde ein Werkzeug zur definierten Aufbringung von Kräften und Momenten konzipiert. Datenerfassung und -auswertung erfolgten über eine zeitsynchrone Messkette mit einer halbautomatisierten Auswerteroutine. Die Validierung des Systems wurde an einer Referenzpresse durchgeführt und anschließend auf industrielle Schnellläuferpressen übertragen.
Als Ergebnis steht ein portables Prüfsystem zur Verfügung, das dynamische Maschinenkennwerte zuverlässig erfasst. Auf dieser Basis wurden Bewertungs- und Vergleichsmetriken abgeleitet, die eine realitätsnahe Zustandsbewertung von Schnellläuferpressen ermöglichen. Das Projekt zeigt ein hohes Potenzial für den industriellen Einsatz sowie für die Standardisierung dynamischer Pressenprüfungen.




