Digitale Fabrik für KMUs - Nutzbarmachung von Punktwolken – DigiFab4KMU

Viele Unternehmen lassen ihre bestehenden Fabriken und Gebäude heute mit 3D‑Laserscannern aufnehmen. Die daraus entstehenden Punktwolken – dichte 3D-Punktebilder des Raums – sind jedoch nur eingeschränkt nutzbar: Für die Planung müssen sie meist mühsam in vollständige CAD‑Modelle überführt werden. Dieser Prozess, oft als „Scan‑to‑BIM“ bezeichnet, ist zeit- und kostenintensiv und für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) häufig nicht finanzierbar.

Im Projekt DigiFab4KMU wurde daher eine Methode entwickelt, mit der Punktwolken direkt genutzt und mit zusätzlichen Informationen angereichert werden können. Ergänzend entstand ein Software‑Werkzeug, das Anwender dabei unterstützt zu entscheiden, ob eine direkte Arbeit in der Punktwolke genügt oder doch ein vollständiges CAD‑Modell erforderlich ist. Die Praxistauglichkeit wurde gemeinsam mit drei KMU in Labor- und Feldversuchen untersucht.

Bei Bihler wurden Punktwolken mit bestehenden CAD‑Daten überlagert, um Layoutpläne des Werks zu aktualisieren. Eberle nutzte angereicherte Punktwolken, um Anlagen mit Zusatzdaten zu verknüpfen und so Bestandsdokumentation und Verlagerungsplanung zu verbessern. Bei Hufschmied wurden Maschinen in der Punktwolke mit Live‑Daten aus Dashboards gekoppelt, um Zustände der Anlagen direkt im 3D‑Modell sichtbar zu machen.

Die Ergebnisse zeigen: Eine wirtschaftliche Direktnutzung von Punktwolken ist möglich und bietet besonders bei der Layoutplanung ein hohes Kosten‑Nutzen‑Potenzial. Gleichzeitig bestehen noch Lücken bei Schnittstellen zu CAD‑ und Layoutsystemen. Künftige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sollen daher bessere Schnittstellen, generative Layoutplanung und die Kopplung an den Digitalen Zwilling vorantreiben – mit dem Ziel, Umplanungen für KMU weiter zu beschleunigen und zu vergünstigen.

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