Ultraschall-sichtbarer Mikroschlauch – TubUS

Die aktuell eingesetzten Katheter sind mit einem medizinischen Ultraschallgerät nur wenige Millimeter unter der Hautoberfläche zu sehen, wodurch die genaue Positionierung erschwert wird. Um dies zu kompensieren, werden bisher größere Mengen des Anästhetikums oder die Röntgentechnik eingesetzt. Der Schlauch selbst ist in tieferen Hautschichten nicht im Ultraschall sichtbar.

Ziel des Projekts TubUS ist die Entwicklung eines ultraschallsichtbaren Mikroschlauchs. Mit diesem können das Risiko möglicher Nebenwirkungen für den Patienten gesenkt sowie Zeit und Kosten gespart werden.

Zur Erzeugung einer Ultraschallsichtbarkeit ist der Unterschied der Schallkennimpedanz zwischen dem Gewebe und dem Mikroschlauch entscheidend. Die Schallkennimpedanz gibt an, wie stark sich die Schallwellen zwischen zwei Materialien brechen. Für eine optimale Ultraschallsichtbarkeit muss die Schallkennimpedanz der beiden Strukturen möglichst unterschiedlich sein. Zur Erreichung des Ziels wurden medizinisch zugelassene Kunststoffe mit verschiedenen Füllstoffen versetzt. Die daraus hergestellten Schläuche wurden anschließend hinsichtlich ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften sowie der Ultraschallsichtbarkeit untersucht. Die Ultraschalluntersuchung erfolgte dabei an einem Stück Schweinerücken, da dieser dem menschlichen Gewebe sehr ähnlich ist und die Versuche so sehr realitätsnah durchgeführt werden konnten.

Das ibp konnte zusammen mit der ALPO Medizintechnik GmbH einen ultraschallsichtbaren Mikroschlauch entwickeln, der sich auch im Praxistest mit medizinischem Fachpersonal be­währen konnte. Der neu entwickelte Schlauch kann somit neben den mechanischen auch die medizinischen Anforderungen hervorragend erfüllen.

Nach oben scrollen